Handysucht bei Teenagern

  • Was kann man denn dagegen tun? is ja nicht nur bei meinen "Größen" ein Problem... Es gibt auch noch kaum Spielkameraden, weil alle zu Hause am Handy, PC, Tablett oder wie das alles heißt, hocken. Nur mein Jüngster mit 9 Jahren ist bis jetzt noch "clean". Er liest sehr gerne und versorgt die Tiere. Aber Spielkameraden, die dabei mitmachen, wären schön.....

    Ich weiß, es ist überall so, aber ich weigere mich daran zu glauben, daß sei "gut" und "halt die Zukunft".

  • Was kann man denn dagegen tun?

    Vermutlich nicht allzuviel.:(

    Meine Bengels sind ja nun etwa Mitte 40, da war das in der Jugend noch längst kein Thema (und der Große bekam mit 18 von uns ein Handy (wirklich nur Handy) geschenkt, der 2. dann ebenso, weil wir hier in der Pampa wohnen und Telefonzellen damals schon kräftig abgebaut wurden).

    Sie haben schon genug Zeit am PC verbracht, der Große hat das zum Beruf gemacht, eigenbrötlerischer ITler, entspricht wirklich dem Klischeebild.

    Aber Beide hatten zusätzlich auch Freunde/Kumpels, mit denen sie hier im Dorf oder auch mal in die nächste Großstadt (Kino, Mc Doof, Fußballstadion) rumzogen.
    Wenn die Eltern das Handy nicht spannend finden:/, färbt das vielleicht ein bißchen ab? Oder auch: Irgendwelche anderen spannenden Freizeiterlebnisse?:/ Irgendwas "Aufregendes"? So nach dem Motto: "DAS haben wir ja noch NIE so erlebt?" (Redet sich leicht, wenn man das Problem selber kaum hat, ich weiß.)

    "Es sind die Fantasten, die die Welt in Atem halten.
    Nicht die Erbsenzähler." Erich von Däniken

  • Die Sucht besteht ja nicht nur bei den Kindern und Teenagern.

    Wenn schon die Eltern den ganzen Tag am Celular daddeln und kaum einmal den Blick davon abwenden können, ist es doch klar, daß es bei deren Kindern nicht anders sein kann.

    Bestes Beispiel letztens im Restaurant. Ein junges Paar mit Kleinkind setzt sich an den Nebentisch. Das Kind war sicherlich kaum älter als 6 Monate. Er hat das Telefon schon beim Reinkommen vor den Augen und fällt fast über einen Stuhl. Sie setzen sich an den Tisch und starren beide auf ihr Celular. Der Hammer: Als sie anfangen zu essen, hält sie dem Kind, das auf ihrem Schoss sitzt, ein weiteres Telefon hin. Da läuft, der Musik nach zu schließen, irgend eine Comicserie und das Kind starrt fasziniert auf das dröhnende Teil. Die Eltern glotzen sogar während des Essens auf ihre Celulares. Wir fragten uns, wie dieses Kind wohl entstanden ist. Wahrscheinlich, während sie sich nebenher einen Po...o reinzogen. :duck und wech:

    Alle sitzen nur noch rum und dödeln, keiner unterhält sich mehr. Sogar während sie Auto oder Moto fahren, wird das Telefon ständig gecheckt. Die haben wirklich voll die Panik, sie könnten was verpassen, wenn sie nicht jede Sekunde draufschauen.

    Ich habe schon öfter beobachtet, wie Leute, die auf ihr Celuar schauten, fast überfahren wurden, weil sie beim Überqueren der Straße nicht schauten. Einmal sah ich, wie einer eine Treppe runterfiel. Er hielt sich während des Sturzes nicht am Geländer fest, weil er sein Schmartfön nicht loslassen wollte. Eine Frau knallte gegen einen Strommasten und blieb besinnungslos liegen. Die sind alle nicht mehr in dieser Welt verankert. Ihr Leben spielt sich zu 150 % in der virtuellen Welt ab.

    Da kann man wohl nichts machen. Die wollen das so.

    Die Kinder kann man schwerlich davon abhalten und davor beschützen. Denn solange jeder "Kumpel" so ein Ding hat, kann man ja da mit reingucken. So wie wir früher, wenn wir bei den Freunden fernsahen, was bei uns daheim verboten war.

    Traurig aber wahr.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

    Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne. ( Jean Paul )

  • Beim 60. des Gemahls hatten wir Handyverbot ausgesprochen, haben sich auch fast alle eisern dran gehalten (ok., Kumpel hat mit Handy ein bißchen die Unterhaltungseinlagen gefilmt und der Vorgesetzte des Gemahls hat - heimlich ;) - unterm Tisch mal schnell seine Mails gecheckt. Aber ansonsten war nix mit Handy.:saint:

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  • Was kann man denn dagegen tun?

    Total schwierig.

    Ich habe zwei Enkel, 10 und 12 und ich beobachte das auch, auch wenn ich sie von der Schule hole, haben fast alle Kinder das Handy schon in der Hand und ich höre oft, dass sich Klassenkameraden während der Unterrichtszeit einen Toilettengang erschwindeln, um aufs Handy zu schauen. Ich denke, es ist eine Sucht wie Nikotin, Zucker, Tabletten, Essen und Alkohol. Man kann nur ziemlich machtlos daneben stehen. Da hilft auch kein intervenieren von außen, die Erkenntnis über die Sucht muß von den Betroffenen selbst kommen.

    daß sei "gut" und "halt die Zukunft".

    Ich halte das nicht für gut, aber leider für die Zukunft.

    Meine Enkel spielen beide Fußball im Verein, handyfreie Zeit :)und gehen zur Musikschule, noch mehr handyfreie Zeit:) und sie spielen auch in der Freizeit oft Fußball. Lesen, zu meinem Bedauern, allerdings Fehlanzeiger, maximal Comics. Die Hauptfreizeit verbringen sie allerdings leider mit Handy, Spielkonsole, TV. X/

  • Die Leute, die wir treffen und mit denen wir weggehen, legen die Celulares aus der Hand, sobald wir zusammensitzen. Da einige dabei sind, die Geschäfte haben, gucken die ab und zu mal drauf, um zu sehen, ob ein Kunde was will. DAS ist auch eine Pest! Diese Leute schreiben oder rufen zu jeder Tages- und Nachtzeit an und erwarten natürlich sofortige Attención. Sowas gab es früher nicht. Da respektierte man noch den Feierabend. Heute bist du weg vom Fenster, wenn du nicht sofort reagierst.

    Wir haben da zumindest noch den Vorteil, daß sie unsere Sachen nirgendwo anders bekommen und somit auch mal warten müssen, bis ich mich melde. Andere können das nicht.

    Aber im Allgemeinen zeigt vielleicht mal jemand kurz ein paar Fotos vom Urlaub, den Kindern oder den Viechern. Ansonsten wird geschnackt.

    Ich verstehe nicht, warum es in den Schulen keine Schließfächer gibt, wo die Kinder ihre Celulares während der Unterrichtszeit einschließen müssen. Die dumme Ausrede, sie bräuchten sie ja als Taschenrechner oder zur Recherche lasse ich nicht gelten. Wie haben denn wir den Stoff gelernt? Das unterstützt doch nur die Faulheit der Lehrer, die sich nicht mehr auf den Unterricht vorbereiten wollen.

    Und dann sind da noch die Eltern, die gegen so eine Maßnahme Sturm laufen! WIE soll ich denn mein Kind erreichen, wenn was Wichtiges ist? Haben die im Sekretariat kein Telefon? Was kann es so wichtiges geben, daß es ansonsten nicht Zeit hat bis nach der Schule?

    Ich denke allerdings, daß das alles so von der Obrigkeit gewollt ist. Menschen, die von klein auf auf das Celular fixiert sind, sind einfach zu beherrschen.

    Zum einen, indem man sie damit indoktriniert. Zum anderen lenkt man sie von der Wirklichkeit ab. Die merken doch heutzutage gar nichts mehr!

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  • sofortige Attención. Sowas gab es früher nicht. Da respektierte man noch den Feierabend.

    Ich war einige Jahre selbstständig, Geschäft im eigenen Haus. Laden unten, Wohnung oben. Öffnungszeiten gut sichtbar und das war noch zu Zeiten des straffen Ladenschlußgesetzes. Wenn ich da nicht zu jeder Tageszeit, an jedem Feiertag, jedem Sonntag sofort aufs Klingeln reagiert habe, hieß es sofort "hast es wohl nicht mehr nötig, zu arbeiten" "hast dich wohl an uns schon fett gefressen" usw. Das war Anfang der 90er! Die Unverschämtheit mancher Kunden war auch der Grund für die Aufgabe des Ladens.

  • Meine (ehemalige) Kollegin hatte mal, Tochter noch im Grundschulalter, ihr eigenes Smartphone, kaputt, war einfach zu alt. Sie hat sich dann auch ein neues "altes" besorgt, aber die paar Stunden, BIS das dann funktionierte - die blanke Panik: "Wenn die Schule nun was will, weil mit meiner Tochter was ist?"=O
    Ich hab dann gesagt, "Die finden Sie schon, wenn wirklich was Wichtiges ist!"

    2 !! Wetter-Apps aufm Handy, und noch hat sie JEDEN Tag überlegt, ob die Tochter jetzt das Passende fürs Wetter angezogen hat:rolleyes: - wie konnten wir bloß ohne das alles unverletzt großwerden:S

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  • Ich hab alle privaten Chats stumm geschaltet, ebenso die Kanäle, die ich mir manchmal anschaue.

    Also schaue ich aufs Celular, wenn es mal muckt. Denn das sind dann Nachrichten von meiner Schwester, Bekannten oder Nachbarn.

    Der Laptop ist tagsüber nicht an.

    "Wenn die Schule nun was will, weil mit meiner Tochter was ist?"

    In all den Jahren, in denen ich in die Schule ging, war nie irgendwas, was meine Eltern dringend wissen mussten. Und ich schätze, das trifft auch heute noch für 99.9% aller Schüler zu.

    Meine Schwester hab ich letztens konfirmiert. Die motzte mich an, weil sie mich innerhalb von 4 Stunden ca. 10 mal zu erreichen versuchte und ich nicht ranging. Hatte das Celular irgendwo liegen und hörte es nicht.

    "Wozu hast du ein Telefon, wenn du nicht erreichbar bist, wenn ich mal was von dir will?"

    "Ich bin nicht verplichtet, das Ding ständig bei mir zu tragen. Und wie ich dich kenne, wars eh nichts Wichtiges."

    Und genau so war es auch. Nur um mir irgendeinen Quatsch zu erzählen, soll ich ständig erreichbar sein? Und wenns was Wichtiges wäre, könnt ich - 400 km entfertn - eh nichts machen. Ausserdem hat sie einen erwachsenen Sohn!

    Wie überlebten wir nur all die Jahrzehnte ohne diese Mobiltelefone? Ich vermisse die Zeit, als man nicht erreichbar war, wenn man unterwegs war.

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  • Naja, heute MÜSSEN die aus rechtlicher Absicherung die Eltern antelefonieren.
    Bezüglich unseres Jüngsten, da war er vielleicht 12, rief mich die Realschule an "Er ist in der Rettungsstelle! Nein, nicht ganz so schlimm, Handarbeitsunterricht (ja, auch die Jungs) und da hatte ihm bei einer Rempelei einer den Häkelhaken in die Wange gebohrt =O". Hätte schlimm ausgehen können, blieb zum Glück glimpflich."

    Mir hat mal als Kind (2./3.? Klasse) ein Mitschüler die Spitze vom Tintenfüller in den Oberarm gebohrt :S.

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  • Ich hab alle privaten Chats stumm geschaltet, ebenso die Kanäle, die ich mir manchmal anschaue.

    die sind bei mir auch alle stumm geschaltet, es würde sonst die ganze Zeit bimmeln. Nur meine direkte Familie nicht, für die bin ich immer erreichbar, auch wenn ich im Garten oder auswärts bin.

    Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. (Kafka)

  • und da hatte ihm bei einer Rempelei einer den Häkelhaken in die Wange gebohrt

    Bei sowas hätten die auch zuhause angerufen. Halt übers Festnetz.

    Aber den meisten Eltern gehts doch nur darum, ihren Kindern auch in der Schule wegen jedem Dreck eine Mensaje schicken zu können. Nach dem Motto: Wir sind gerade im "----" . Sollen wir dir dies oder jenes mitbringen? Und das MUSS natürlich während des Unterrichts sein.

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  • Ich war über 30, als ich ein Telefon bekam und das auch nur, weil ich selbstständig war und richtig Druck gemacht habe.

    Hier gab es im ganzen Dorf ein Telefon, das hatte der Tierarzt, wenn der nicht da war - von 8 bis 17 Uhr - war nix. Und man konnte sich dort auch nicht anrufen lassen, maximal im wirklichen Notfall telefonieren. Also sowas wie Todesfall... aber da auch sonst keiner ein Telefon hatte, hätte ich eh nicht gewußt, wen ich anrufen soll :) Also in den ersten Schuljahren meiner Tochter war keine Notfallnummer hinterlegt.

  • Meine Eltern hatten als dritte im Dorf ein Telefon. Und als zweite ein Auto. Das war so um 1960 rum. Da war ich ein Jahr alt.

    Wir Kinder durften das Telefon allerdings nicht anrühren. Auch später nicht, als es für meine Schulkameraden ganz normal war, stundenlang miteinander zu telefonieren. Damals kostete das ja noch richtig Geld. Vor allem die Ferngespräche. Das Telefon musste für die Kunden freibleiben.

    Meine Mutter war die meiste Zeit daheim und somit erreichbar. Auch für die Kunden.

    Das Auto war nur für meinen Vater und das Geschäft. Ich kann mich nicht daran erinnern, daß ich je in die Schule gefahren oder abgeholt worden wäre. Die vier Kilometer durfte ich bei jedem Wetter zu Fuß oder mit dem Fahrrad machen. Da fragte keiner danach, ob es morgens um halb 7 noch dunkel war oder nach 17 Uhr schon wieder.

    Ich telefonierte allerdings auch nicht gerne. Das ist bis heute so. Nur wenn ich muss. Also geschäftlich.

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  • Das Privat-Auto war in der DDR heilig! Die Leute sind mit Straßenbahn zur Arbeit gefahren (mein Onkeel auch!), sein Auto war nur für Ausflüge, am besten, wenn das Wetter schön war und voraussichtlich auch blieb. Der Wert STIEG ja mit den Jahren!

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