Recht auf ein tierfreies Gericht?

  • Ich finde das bedenklich und auch höchst ungesund.

    Wird so sein, die Leute saufen auch wie ne Kuh und tun sonst allerlei, was ihnen nicht guttut.

    Es kreisen nicht alle ständig um ihre Gesundheit, und ich finde das auch gut so.

    Es gibt ja auch irgendeinen Spruch, ohne Sex und Alohol wirst 100 Jahre alt - nur will das keiner.

  • Stellt euch mal vor, ihr kommt in ein Land, wo es nur Katzen und Hunde und deren Milchprodukte zu essen gäbe und es gäbe nichts anderes zu essen, überall wäre diese Milch oder dieses Fleisch drinnen, sogar im Eis, in der Schokolade, in Kuchen und in Knödel...wie würdet ihr euch fühlen?

    Dein Nachtrag erscheint mir doch sehr sektiererisch, sag ich mal so bei aller Sympathie.

  • Bei all dem Hype, der in den letzten Jahren gerade in Deutschland um vegetarisches, bzw. veganes Essen gemacht wurde/wird, wundert es mich schon, daß die Restaurants nicht fähig oder willens sind, wenigstens EIN veganes Essen anzubieten.

    Vielleicht liegt es doch daran, daß es zu wenig nachgefragt wird?

    Und dieser Veganismus nur eine Zeitlang hip und modisch war, ohne daß die Menschen wirklich dahinter standen?

    Wirte sind Geschäftsleute und bieten das an, was stark nachgefragt wird.

    So wie alle anderen Geschäftsleute auch.


    Vegetarisch bedeutet ja zumeist auch nur, daß man die Beilagen ohne Fleisch bekommt.


    Ich habe in Deutschland beim Griechen meist die Große Vorspeisenplatte genommen. Ok, im Tzatziki ist Milch drin, aber ansonsten kein Fleisch, kein Käse.

    Leider gibt es sowas hier bei uns gar nicht.

    Allerdings gibt es sogar hier im Ort ein kleines Restaurant, das etliche vegane Gerichte anbietet. Der Wirt hat sich sehr schnell auf die Nachfrage eingestellt.

    Die vegane Pizza ist sehr gut ( keine Milch im Teig )


    Bei uns gabs heute eins unserer Lieblingsgerichte. Nicht vegan, aber vegetarisch.

    Mangold, Kartoffelbrei und Spiegeleier vom freilaufenden Huhn.

  • Dein Nachtrag erscheint mir doch sehr sektiererisch, sag ich mal so bei aller Sympathie.

    warum eigentlich? Es ist nur Kultur, ob man nun Hund oder Schwein isst. Für viele Kulturen ist Schwein unmöglich.


    Es kreisen nicht alle ständig um ihre Gesundheit, und ich finde das auch gut so.

    Es gibt ja auch irgendeinen Spruch, ohne Sex und Alohol wirst 100 Jahre alt - nur will das keiner.

    Gesundheit und Tierwohl, ja, finde ich auch, ich trinke auch Alkohol, aber möchte auch das Recht auf Alkoholfreies haben.

    Daheim esse ich auch mal Fleisch, aber ausgesuchtes, zumindest in Bioqualität.

  • Vielleicht liegt es doch daran, daß es zu wenig nachgefragt wird?

    deshalb frag ich bei Wirten ja immer, stelle das hier und auf Facebook zur Diskussion. Es geht vielen anderen gleich, aber die sagen nichts.

    Vegetarisch bedeutet ja zumeist auch nur, daß man die Beilagen ohne Fleisch bekommt.

    Bei uns ist das immer etwas mit Käse, Milch, ... Käsespätzle, Knödel mit Ei, Nudel mit Sahnesauce,.... Vegetarier gibt es ja viele und das wird inzwischen auch angeboten.

    Quote

    Bei uns gabs heute eins unserer Lieblingsgerichte. Nicht vegan, aber vegetarisch.

    Mangold, Kartoffelbrei und Spiegeleier vom freilaufenden Huhn.

    So ähnlich esse ich auch oft, den Karteoffelbrei eben mit Kokosmilch.

  • Schokolade ist ursprünglich ja mit Kakaobutter, die Industrie hat diese durch Milch ersetzt und Milchschokolade gemacht.

    Früher konnte man auch Kuvertüre kaufen, da war keine Milch drinnen, inzwischen hab ich die da auch schon gefunden.


    Kinder wurden und werden auch regelrecht mit Milch gemästest, ob sie es vertragen oder nicht, das war schon so, als wir Kinder waren, viele waren ständig verschleimt und hatten Hals-, Nasen - und Mittelohrentzündungen, da wurden dann einfach die Mandeln rausgeschnitten. Man dachte gar nicht an einen Zusammenhang.

  • Die Scheinheiligkeit ist auch das, was mich am meisten stört. Gegen Tierquälerei zu sein und gleichzeitig in ein Billigst-Leberwurstbrot beißen. Auch aus diesem Grund habe ich meinen Freundeskreis stark ausgedünnt.


    Ich fände es schon wichtig, dass man vegane Speisen auch in Krankenhäusern und Co. bekommt. Und die Sensibilität dafür erreicht man nur, wenn man halt immer wieder darauf hin weist. Ich würde auch gerne weniger Käse essen, beruhige mein Gewissen damit, dass ich mindestens bio, meist demeter kaufe und ich habe den Konsum stark eingeschränkt.

    Meine Mutter lag vor ihrem Tod ein paar Tage in einem Pflegeheim. Als Vegetarierin bekam sie als einziges Abendessen ein Leberwurstbrot und mittags Kartoffeln, Soße, Fleisch. Sie solle halt einfach das Fleisch nicht mit essen. Das geht für mich gar nicht. Deshalb wäre es mMn schon ein großer Fortschritt, wenn es zumindest erstmal ein vegetarisches Pflichtgericht gäbe.

  • Ich würde auch gerne weniger Käse essen, beruhige mein Gewissen damit, dass ich mindestens bio, meist demeter kaufe und ich habe den Konsum stark eingeschränkt.

    das finde ich gut, würde ich noch Käse essen, wäre er auch zumindest Bio. Aber in den meisten Restaurants ist nichts Bio, sondern tiefste Massentierhaltung und nur weil es "regional" ist, bedeutet es nichts, das Futter kann trotzdem Gensoja aus Südamerika sein, die Tiere geimpft und eventuell mit Medikamenten vollgestopft, bei Milchkühen durchaus üblich.

  • Ich habe ja schon geschrieben, daß die Milch, die wir verwenden, von nur einer einzigen Kuh stammt und die nur Gras zu fressen bekommt. Deshalb gibt sie ja auch "nur" etwa 10 Liter pro Tag, wobei die Hälfte für das Kalb ist.

    Alle Kühe, deren Fleisch hier im Land auf den Tisch kommt, stammt von grasgefütterten Rindern. Die sehen bis zu ihrem Transport zum Schlachthof kaum einmal einen Menschen.

    Die Milchkühe für die Industriemilch - das ist natürlich ein anderes Thema. Die bekommen natürlich auch Kraftfutter.

    Unsere Nachbarn könnten sich das gar nicht leisten.

    Ein Sack "Leistungssteigerungs"futter kostet um die 100 000.- und reicht für eine größere Kuh gerade mal 3 Tage. Das wären dann 10 Säcke im Monat für eine Kuh, also 1 Million. Der Liter Milch wird für 4 000.- verkauft.

    Obwohl die Leute hier wirdlich keine Rechenkünstler sind, merken auch sie, daß sich das nicht rechnent. Also lieber weniger Milch und die Million fürs eigene Futter ausgeben.


    Wenn die Leute hier essen gehen, dann wollen sie vor allem eines: Fleisch, viel Fleisch. Für etwas anderes geht man nicht ins Restaurant.

    Obwohl wir hier in der Stadt ein Hotelrestaurant haben, das ( vor diesem Virus-Irrsinn ) sonntags ein ganz tolles Buffet hatte mit einem Angebot, wo für jeden was dabei war.

    Normales Essen, vegetarische und vegane Gerichte. Alles genau beschildert mit den Zutaten.

    Am Nachtischbuffet gab es auch vegane Kuchen und Süßspeisen. Auch was gluten- und laktosefreies war immer dabei.

    Ich hoffe, die Restaurants dürfen bald wieder Buffets einrichten. Damit wir da wieder hingehen können.


    Die täglichen Essen in den Comedores sind sehr einfache landestypische Gerichte. Fast alle mit zumindest ein wenig Fleisch oder Huhn.

    Nudeln, Reis oder Ñoquis entweder mit Fleisch- oder Huhnsoße, das obligatorische panierte Schnitzel mit Reis oder Salat, Rindfleischsuppe mit Bohnen, Mais oder Kartoffeln, mit etwas Glück bekommt man Käsereis mit Bohnen ( das liebe ich ) oder Reis mit Fleischbällchen ( in denen nicht viel Fleisch drin ist ).

    Die Einheimischen essen ja fast ausschließlich auswärts wenn sie arbeiten gehen.

    Auf dem Weg zur Arbeit wird unterwegs eine Empanada gekauft, Mittagessen im Comedor und auf dem Heimweg dann nochmal eine Empanada oder ein Sandwich oder ein Schnitzelwecken oder ein Hamburger.

    Damit ist dann schon mal der halbe Tageslohn weg.

    Essen von daheim mitnehmen ist hier so gut wie unbekannt.

    Deshalb gibt es ( oder vielmehr gab es ) an jeder Ecke kleine Imbissbuden. In diesem Land bekommt man fast zu jeder Tages- und Nachtzeit etwas zu essen oder zu trinken.

  • Auch die Bio-Tiere sind geimpft!

    ja, leider, deshalb esse ich auch sehr wenig Fleisch. Sie bekommen etwas weniger Medikamente, wenn sie auch viel draußen sein können. Aber die Milchkühe sind trotzdem oft krank weil sie viel zuviel Milch liefern müssen.

    Ich habe ja schon geschrieben, daß die Milch, die wir verwenden, von nur einer einzigen Kuh stammt und die nur Gras zu fressen bekommt. Deshalb gibt sie ja auch "nur" etwa 10 Liter pro Tag, wobei die Hälfte für das Kalb ist.

    Von so einer Kuh würde ich eventuell auch einmal pro Woche ein Stück Käse essen, aber auch nicht öfter, weil Milch trotzdem Wachstumshormone und Neu5gc enthält, aber das baut der Körper wieder ab, wenn man Milch/Käse so wie auch Fleisch nicht täglich konsumiert.

  • Wir sind von Samstag auf Sonntag spontan auf eine Alm gefahren, waren zuerst noch auf einem See.


    Um 18 Uhr sind wir angekommen und auf meine Frage, ob es eine Speisekarte gibt, sagt der Wirt:

    "Es gibt Almsuppe mit Würstchen oder Brettljause, sonst nichts mehr!" Ich hab gesagt, ich nehme je eines davon.

    Ich hab dann noch gesehen, Käsebrot mit Butter hat noch jemand bekommen, hat er mir gar nicht gesagt, ich bin ja in dieser Gegend geboren, da ist man kein Vegetarier! :) Das Wort vegan oder auran hätte ich nicht zu sagen gewagt.


    Als wir die Suppe bekommen haben und gekostet, mussten mein Mann und ich schon so lachen, weil es seit Jahren die erste Suppe war, die aus Pulver bestand und zwar, die als Kind geliebte Erbsensuppe, zusätzlich waren Kartoffel

    drinnen und Würstchen, wir teilten uns diese Suppe. Danach die Brettljausen, das übliche, Brot, Käse, Butter, harte Wurst, Schweinsbraten und Geselchtes, eine kleine Tomate, ein kleines Essiggurkerl und ein Streifen Paprika.


    Kein Senf dazu, kein Kren, kein Aufstrich, kein Ei, kein Salatblatt, keine Kräuter, nicht etwa wenigstens ein bisserl was Frisches.

    Aber geschmeckt hat es nach langer Zeit Abstinenz von Produkten aus Massentierhaltung trotzdem, vor allem, wir hatten ja Hunger. Wir haben da übernachtet und was soll ich sagen, schlecht geschlafen, Sodbrennen, das Essen lag uns beiden im Magen und morgens hatte ich geschwollene Augen und Tränensäcke (die ich sonst nicht habe).


    Also nächstes mal nehme ich etwas zum Essen mit und trinke nur Bier oder Wein.