• Wieder so was "Altmodisches";)

    Ich kenne den Gebrauch als Teil der Fettigkeiten beim Stollebacken, in meiner Erinnerung war es in der DDR überhaupt kein Problem, Rindertalg zu kaufen.

    Vermutlich haben wir das beim Fleischer bekommen.

    Mit der Wende das Entsetzen: Rindertalg gibts nicht mehr=O

    Ich habe dann als Ersatz mit Kokosfett probiert, war nicht wirklich ein Ersatz.

    Vor paar Jahren durch Zufall bei einem Fleischer in Cottbus eine neue Quelle aufgetan, der Seniorchef produziert das extra für eine Bäckerei, die selber Stolle backen.

    Da habe ich mich eingeklinkt und immer meine paar benötigten Gramm geholt.

    Ist aber jedesmal eine zeitliche Punktlandung, so daß ich den Fleischer meines Vertrauens dazu bewegen will, das auch zu übernehmen und vielleicht (die Chefin ist immer auf der Suche nach kreativen Ideen), so wie es mein uraltes Kochbuch vorschlägt, im Mix zu gleichen Teilen mit Butter und Schmalz (alles je 1/3) als feines Bratfett anzubieten^^

    Scheint in Frankreich in dieser Art bekannter zu sein als bei uns.

    Darin Gebratenes hat einen feinen, bißchen nussigen Geschmack, hat mir als Probe gut gefallen.


    Vermutlich muß ich aber doch zur Selbsthilfe greifen und deshalb hier die Frage:

    Nutzt jemand von euch Rindertalg?

    Ist wohl vor allem Rindernierenfett, daß ähnlich wie Schmalz ausgelassen und abgefiltert wird, also dann ohne die Grieben.


    Ich habe verschiedene Internetseiten zur Herstellung gefunden, die mögliche Vorgehensweise wäre also bekannt, aber vielleicht gibts hier den ultimativen Tipp dafür:/

    Ich muß ja nicht alle Fehler selber machen;)

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    Bei uns heißt das Kernfett


    https://de.wikipedia.org/wiki/Rindernierenfett


    Das gibts hier sogar in vielen Supermärkten, wenns grad keins gibt, kann mans bestellen.

    Hier wird es hauptsächlich als Vogelfutter gekauft, vorwiegend für Buntspechte, aber Meisen und andere hacken da auch gern rein. Wenns richtig kalt wird, bindet man größere Stücke an einem Baum, da haben sie dann ne Weile zu tun.

    Vielleicht kocht auch wer damit, keine Ahnung.

  • Das, was für Vogelfutterbasteleien geht, kann man in D auch online bestellen (in Riiieesenmengen für mein Verbrauch;)), die Qualität ist aber nicht Lebensmittelqualität.

    Ich hatte mich bei den Versendern schlaugemacht, ist dann wohl nicht so gründlich gereinigt, auch nicht zwingend so gekühlt.

    Es wird aufs Selbermachen hinauslaufen, ich kümmere mich demnächst bei "meinem" Fleischer mal.

    Soll tüchtig "riechen" beim Auslassen, aber das kann ich ja nach draußen verlegen.

  • Das dürfte jedesmal an der Portohöhe scheitern, ich meine, das Grundmaterial ist ja auch hier in D verfügbar, also doch selbermachen, ist ja händelbar.

    Aber interessant, daß es in Österreich bekannter zu sein scheint als hier:/

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    Aber interessant, daß es in Österreich bekannter zu sein scheint als hier :/

    Mir ist nicht bekannt, ob es viel zum Kochen verwendet wird. Was man im Supermarkt kaufen kann, ist rein weisses Fett, und ich kenns nur als Vogelfutter. Wenns richtig kalt ist, knirscht das Fett, wenn man kleine Brocken herauslöst, als Kinder haben wir das auch gegessen, schmeckt aber nach nichts, in meiner Erinnerung.

    Die Spechte sind ganz schwubbidu drauf, aber nur bei Kälte. Wenn die Sonne draufscheint, wird das schwabbelig, und die Vögel mögen es dann auch nicht. Den Amseln kann man es in den Polenta rühren, da fressen ihnen die Katzen das weg ^^


    Hier füttern ja alle die Vögel, viele auch im Sommer. Die sind so verwöhnt, dass sie Sonnenblumenkerne - gar in der Schale - gar nicht anrühren. Meisenknödel auch nicht. Erdnusskerne schon, aber gehackt, bitteschön. Und Walnüsse, ich knacke sie ihnen auf, und da können sie dann umrühren, was überbleibt, kommt in den Ofen.

  • Das Stadium der Vogelfutterbastelei mit irgendwelchen Fettigkeiten habe ich hinter mir;)

    Klar, damals, als die Kinder noch klein waren, ok.


    Inzwischen habe ich gemerkt, daß das fliegende Geschwader das "billige" Futter aus den Discountern kaum anrührt.

    Bin deswegen schon vor Jahren auf Vivara umgestiegen, der Unterschied ist enorm!

    Das Fettfutter von denen (z.B. in einer Art Altarkerzenform, ich nenne es Fettkerze;)) ist der Renner, auch unsere Hühner lieben es und vertilgen es regelmäßig, kauf ich inzwischen im Großpack.


    Bei einer Kumpeline, die immer traurig ist, daß bei ihnen "keine Vögel sind", will ich dieses Jahr mal den Versuch starten.

    Es liegt an der Futterqualität, da bin ich mir ganz sicher:)

  • Vögel müssen nicht gefüttert werden.

    Allerhöchstens dann, wenn es so viel Schnee hat und es so kalt ist, daß sie wirklich nichts finden.

    Es ist nicht gut, sie das ganze Jahr über zu füttern.

    Sie werden faul und füttern zum Teil ihre Jungen mit den falschen Sachen.

  • Vögel müssen nicht gefüttert werden.

    Allerhöchstens dann, wenn es so viel Schnee hat und es so kalt ist, daß sie wirklich nichts finden.

    Es ist nicht gut, sie das ganze Jahr über zu füttern.

    Sie werden faul und füttern zum Teil ihre Jungen mit den falschen Sachen.

    Doch!

    Zumindest hier in unsere "bereinigten" Umwelt in D!


    Wir haben früher auch nur in strengen Wintern gefüttert, heute, wo es kaum noch gescheite Feldbewirtschaftung gibt, kaum was Blühendes, Kleingetier fast ausgerottet (man freut sich schon über einen Regenwurm und ne Schnecke)........

    Ich habe mal die Nachbargrundstücke so betrachtet - fast alles "steril".

    Es heißt, daß insbesondere die Altvögel NUR dann im Sommer unser Futter holen, wenn sie das wenige "naturfleischige", was sie finden, für die Brut brauchen.

    Scheint was dran zu sein, von Spätfrühling bis Frühherbst kommt hier nur ab uns zu was zur Futterstelle, jetzt ist schon wieder Betrieb.


    Wir haben früher unsere Katzen auch nicht groß gefüttert, mal Essenrest von Mittag zusammengepampert, wurde gern genommen.

    Vor allem waren sie MILCH gewöhnt, ich kannte das gar nicht anders:/

    Unserm Kater aus dem Tierheim wollte ich mal was Gutes tun mit Milch - der Ärmste:(

    Gings dem dreckig.

    Nun bekommt er gerne Rindereuter, Quark ginge vermutlich auch mal:/


    Kennst Du die "Gärten des Grauens"?

    https://de-de.facebook.com/GaertenDesGrauens/photos

    https://www.nabu.de/umwelt-und…service/trends/23829.html


    SO siehts inzwischen auch auf den Dörfern aus!

  • SO siehts inzwischen auch auf den Dörfern aus!

    Genau, alles 3cm kurz gemäht, jedes Blatt wird sofort weggeharkt oder gepustet, Grünschnitt im Hänger in den Wald gefahren :cursing:, kaum noch Obstbäume im Garten und wenn, dann bleibt nichts liegen oder hängen für die Vögel, es wird alles entsorgt. Richtig gelesen, es wird nicht verwertet, es wird entsorgt. Von 11 Häusern hier im Dorf machen nur 4 was anderes im Garten, als nur Rasen zu mähen und nur bei mir gibt es Totholzhäufen, bleiben Stauden, Brennnesseln usw. ungeschnitten über den Winter stehen, bleibt das Laub unter den Bäumen... ich bin sozusagen der Schrecken der Gärtner des Grauens im Dorf, fliegt ja Samen umher, denn ich lasse auch Löwenzahn, Klee, Schafgarbe... erst blühen, bevor ich mähe, lasse Inseln mit Margeriten, Gänseblümchen etc. stehen.

    Die Gegenübernachbarin hatte in ihrem Garten ohne Baum mitten auf der Wiese ein teures Vogelfutterhaus platziert und mich gefragt, was ich füttere, weil bei mir alles voll ist mit Vögeln und bei ihr kein einziger. Ihr Blick, als ich ihr gesagt habe, sie soll einfach einen Baum daneben pflanzen, damit die Vögel einen Lande- und Freßplatz haben.

    Ich füge noch an, dass ich nicht ganzjährig bewußt füttere, nur bei Frost, Schnee oder lang anhaltenden Regenperioden. Ansonsten fühlen sich Spatzen und Meisen auch im Hühnergehege wohl und gehen sogar bis in den Stall, wenn draußen nichts zu finden ist.

  • Ja, bei den Hühnern im Auslauf bedienen die sich auch^^

    Unser Grundstück ist so groß, da kommen wir gar nicht nach, alles zu sterilisieren;)

    Nistkästen hängen, wo es nur geht, "künstliche" Schwalbennester als Unterstützung (werden gut angenommen, wo gibts schon noch großartig Lehm in 'ner Schlammkuhle:().

    Dieses Jahr habe ich ein Wildbienenhaus aufgehangen, weiß gar nicht, ob das schon angenommen wurde.

    Ganz edel, von der Firma "Denk", ja edel geht die Welt zugrunde^^

    Von denen habe ich auch inzwischen 2 Igelhäuschen im Garten, für den Winter wieder vorbereitet und mit Zweigen nochmal isoliert.

    "Wilde Ecken" sind hier also genug, weil wir mit dem bearbeiten gar nicht nachkommen.


    Nachbarins Grundstück allerdings ist inzwischen auch ein Paradies, alles verwuchert, weil sie nicht mehr aus ihrer Stadtwohnung kommt, und der Sohn kommt 2x im Jahr aus dem Westen, um wenigstens an der Straße optisch was zu retten. Ansonsten: Natur pur!

    Ist aber eher die Ausnahme hier.


    Ja, ich füttere bewußt ganzjährig, je nach Bedarf, im Sommer ist das wenig.

    Wozu sonst habe ich mir so einen edlen Futterpfahl mit Aufhängungsmöglichkeiten von Vivara (hatte ich oben falsch geschrieben) gegönnt^^

  • .... denn ich lasse auch Löwenzahn, Klee, Schafgarbe... erst blühen, bevor ich mähe, lasse Inseln mit Margeriten, Gänseblümchen etc. stehen....

    Da sagst Du was Wahres^^

    Ich habe voriges Jahr im Herbst die Ernte meiner rrruuusssischen Pfefferminze verschoben, die blühte nochmal sooo schön, und Haufen Insekten drumrum, anderes gabs kaum mehr, Borretsch blühte auch noch was, sonst nix.

    Ich habs nicht übers Herz gebracht, da hatten die dicken Brummer doch noch was an Futter.

  • also

    wenn ich morgens spazierengeh, da sind viele Regenwürmer unterwegs wenns feucht ist, auch übern Feldweg kriechen die


    Schnecken gibts dito zuhauf


    es bleibt manches nach der Ernte auf den Feldern liegen


    ok, hier ist nicht die gigantische Landwirtschaft à la Monokultur auf tausenden Hektar, sondern Streuobstwiesen, viel Wald und etwas Acker


    in den noch kleineren Dörfen gibts ne Menge Gemüse hinterm Haus, nix Steinwüste


    das ist eventuell die Ausnahme in Schland?


    naja, in den Grosstädten war ich schon seit Jahren nicht mehr...

  • Hier ist Dorf, ca. 900 Einwohner.

    Ganz gemischt, ehemalige Bauerngehöfte, inzwischen bestenfalls ein bißchen nebenberuflich für den Eigenbedarf, wobei es da auch immer öfter heißt: "Das eine Ei, was ich mal brauche, kann ich im Supermarkt kaufen." und ein "Neubaugebiet", wo sie sich auf Grundstücksgrößen von max. 500-600 qm² in den Suppentopf schauen können.


    Mancher macht hier GAR nichts mehr im Garten incl. Rasenroboter (furchtbar, die Dinger), ein Teil macht in der Freizeit schon, so wie wir, auch unsere jungen Nachbarn, da staune ich immer.

    Der hat auch Hühner, auch der Nachbar daneben und die gegenüber (wir ja auch), aber dann kommen wieder etliche, da kämen Hühner nie aufs Gehöft!

    Es reicht von - bis.


    In den Städten ist viel versiegelt.

    Was auffällt, daß D "verludert". Zumindest in der DDR-Zeit waren die ganzen Wegesränder gut genutzt, alles Grüne haben sich die Kaninchenhalter gerne geholt (natürlich inoffiziell), da gabs bald Zank drum!

    Aber was da wächst, ist nicht unbedingt insektenfreundlich, noch dazu direkt an den Straßen.


    Auf den Gehöften wird auch vorrangig gepflanzt, was "schön aussieht", ich wähle aus nach "kann man daraus Sirup machen, kann man es essen".

    Obst und Gemüse kann man hier auch noch billig von den Polen kaufen, entweder auf den Märkten in D oder direkt in Polen, die Grenze ist ja nahe.

  • So, Rindertalg ist da!^^

    Der Fleischer in Cottbus war zuverlässig; aber was für ein Hin und Her und Telefoniererei:S

    Das muß ich doch unbedingt selber in die Hand nehmen zukünftig.

    Aktion "Stolle" kann also demnächst stattfinden.


    Irgendwo hier im Strang hieß es, daß das Zeug im Sommer eher "wabbelig" werde, das wird dann das Ursprungsfett sein, ausgelassen hat es eine eher feste Konsistenz, die auch bei Zimmertemperatur relativ fest bleibt.

  • Ungefähr bei welcher Zeitmarke ist das denn?

    Mein PC lädt teilweise eewig, soo leistungsstark ist er nicht, war auch nie dafür gedacht.....


    "Mein" Stollerezept ist ursprünglich von der Mutter meines angeheirateten Onkels, die dürfte schon 50 Jahre tot sein.

    Fettigkeiten nahm sie zu gleichen Teilen Butter, Schmalz und eben Rindertalg, war auf dem Dorf ja sicher auch problemlos verfügbar (das gleiche Mischungsverhältnis, daß übrigens mein uraltes Kochbuch für die bürgerliche Küche für feines Bratfett parat hatte).

    Das Rezept habe ich fast unverändert gelassen, etwas mehr Rosinen und Zitronat/Orangeat und 1 Löffel Honig noch dazu.

    Und bisher haben ALLE, die die Stolle probiert haben und EIGENTLICH keine Stolle mögen, das sehr lecker gefunden; ich nenn's ja "Bauernstolle";), eben wegen dem rustikalen Talganteil;)


    Ich bin wohl auch die Einzige aus der Sippe, die noch nach diesem Rezept bäckt.

  • Ab min 37, konkret um Rindertalg gehts nur so etwa 3 Minuten.

    Bestätigt mich aber im Vorhaben, diese Drittel-Fett-Mischung mehr einzusetzen.

    Muß bei nächster Gelegenheit beim Milch-ab-Hof-kaufen mal frage, ob bei denen beim Schlachten Rindertalg zu bekommen wäre, wäre von glücklichen Kühen:)


    Und die Passage zum Leinöl war in interessant! Der Spreewald ist ja "Leinöl-Land";)

    Generationen der armen Bewohner haben mit Pellkartoffeln, Leinöl und Quark überlebt;)

    Kleinkinder, wo die Mutter als Amme, bevorzugt in Berlin, bei fremden Kinder gearbeitet hat, wurden angeblich damit "durchgebracht";)