BMMF "Bovine Milk and Meat Factors"

  • Der Nobelpreisträger Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg entdeckte, dass Rindfleisch und Milchprodukte eine bisher völlig unbekannte Art von biologischen Erregern bakteriellen Ursprungs enthalten:


    Plasmide oder infektiöses Plasmidom, wegen ihrer Herkunft aus Rindern BMMF "Bovine Milk and Meat Factors"genannt.

    Epidemiologische Daten brachten den Forscher auf die Spur: Harald zur Hausen und sein Team beobachteten weltweit erhebliche Unterschiede in der Häufigkeit von Darmkrebs. Überall, wo europäischstämmige Rinder, Nachfahren des Auerochsen, Fleisch- und Milchlieferanten sind, leiden Menschen deutlich öfter unter Darmtumoren und auch Brustkrebs.

    Während in der Mongolei jährlich nur 5 von 100 000 Personen an einem bösartigen Tumor im Dickdarm erkranken, sind z.B. in den Niederlanden 68 von 100 000.

    Weil in Kuhmilch die Sialinsäure Neu5Gc enthalten ist, kann der BMMF an die Oberfläche von menschlichen Zellen andocken. Langes Stillen dürfte Kleinkinder vermutlich vor BMMF schützen. Muttermilch enthält spezifische Zucker, sogenannte Glykane, die Krankheitserregern den Zugang zu Zellen erschweren. In künstlicher Säuglingsnahrung liesse sich dieses Problem durch gezielte Zugabe von Glykanen lösen, was einige Hersteller bei ihren Produkten bereits umgesetzt hätten.


    Das Team um Hausen geht davon aus, dass die Infektion sehr früh im Leben passiert. Angesichts der noch nicht ausgereiften Immunabwehr sollten die BMMF dann leichtes Spiel haben. In unseren Breiten dürfte nahezu jeder infiziert sein. Aber zusätzliche Faktoren wie eine familiäre Veranlagung und Umwelteinflüsse dürften bei der Krebsentstehung ebenfalls eine Rolle spielen.

    Erste Hinweise zeigen, dass diese Erreger nicht nur an der Entstehung von Darm- und Brustkrebs beteiligt sind, sondern auch die Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen wie Multiple Sklerose und Morbus Parkinson begünstigen... siehe auch hier