Natürliche Schmerzmittel

  • So, ich hab mich jetzt ein wenig kundig gemacht, weils mich interessiert: auf der verlinkten Seite ist Wilder Lattich als Lactuca virosa angegeben.

    In der Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen wird Lactuca virosa als Giftlattich ausgewiesen, der wilde Lattich heißt Lactuca serriola - nun bin ich mir eben nicht sicher, welchen Lattich diese Webseite bespricht.

    Giftlattich hat die Gefahrenstufe 2, d.h. es bestehen Gesundheitsrisiken bei der Verwendung.

    Giftlattich hat einen widerlichen Geruch.

    Der wilde Lattich, auch Kompass-Lattich genannt, ist ein Wildgemüse.

    Wir haben Lattich im Garten und ich werde versuchen, ihn genau zu bestimmen, bzw. ob es in den alten/älteren Kräuterbüchern was zur genauen Verwendung gibt.

  • Wir haben Lactuca serriola, also wilden (Kompass) Lattich im Garten. Ich habe ein paar Blätter in der Hand zerrieben, roch unauffällig. Beim Abknicken der Pflanze roch der Stengel wie der Strunk von Kopfsalat.

    Aber: beim Abknicken trat minimal weißer Saft aus dem Stengel, wobei ich den Eindruck hatte, daß dieser Milchsaft direkt unter der Schale sitzt. Ich habe es nicht geschaft, etwas davon auf ein Tellerchen zu pressen, der Saft verschwand einfach. Auch als ich den Stengel aufgefasert und mit einem Messer platt gedrückt habe, kam nur grünlicher Pflanzensaft.

    Wie kommt man denn dann an den Latex?

    In den Büchern hab ich wenig weiter gefunden: Rätsch erwähnt ihn als psychoaktiven Lattich (also Lactuca virosa bzw. sativa) in einer medizinischen Pappelsalbe aus dem Gart der Gesundheit von 1485.

  • Hegi schreibt, dass beide Arten verwendet wurden, als Opium - Ersatz als Schlaf/Schmerzmittel und bei Operationen.

    Geerntet wurde zur Blütezeit, der Stängel unter dem Blütenkopf abgeschnitten und der austretende Saft gesammelt, wenn sich die Wunde schloß, wurde der Stängel weiter gekürzt, das soll bis zu 60 mal funktioniert haben.

    Der Saft entwickelt seine Eigenschaften erst durch trocknen, zuerst wird er gelb, dann braun und wachsartig.


    Ich hab mich schon bei Plinius gewundert, er schreibt, dass aus Salatstängeln Gartentüren gemacht wurden, und in Kriegszeiten die Bevölkerung angehalten war, Salat zu essen, da er den Hunger dämpft.Unseren Salat wird er wohl nicht gemeint haben.


    Hegi merkt etwas süffisant an, dass beim normalen Salat ja noch niemand probiert hätte, den Saft zu trocknen.